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No. 32

Sie greifen nach den Sternen

«In einem Glas Wein steckt so viel mehr als vergorener Rebensaft. Im besten Fall spricht daraus die Seele der Menschen, die den Wein machen. Bei Le Stadère ist es besonders offensichtlich: Ein Paar, das eine grosse Leidenschaft für die Raumfahrt vereint, bringt uns mit seinen Weinen den Himmel näher und lädt uns ein, öfters mal den Blick zu heben und unseren Horizont zu erweitern. Wir wünschen dir viele glanzvolle Sternstunden bei einem guten Glas Wein.»

Renzo Und Dominic@2x

Renzo Schweri & Dominic Blaesi

Gründer Flaschenpost

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«Wein ist ein uralter Dialog zwischen Himmel und Erde.» - Olympia und Alberto Parrini

Der neue Stern am Himmel der Toskana

Als Alberto ein kleiner Junge war, spazierte er oft mit seinem Vater durch die Weinberge der Familie und beobachtete seine Grosseltern bei ihrer Arbeit. Die andächtigen Bewegungen, die erdigen Gerüche – das hatte in Albertos Augen etwas Rituelles, fast Magisches. Die Faszination für die Erde liess ihn nicht mehr los, hinderte ihn aber auch nicht daran, vom Unendlichen zu träumen. So zog er schliesslich aus, um in Mailand Raumfahrttechnik zu studieren.

Albertos Frau Olympia ist ebenfalls als promovierte Ingenieurin in der Raumfahrt tätig. Sie ist als Kind von griechisch-polnischen Einwanderern in einem Hochhaus in Darmstadt aufgewachsen. «Ich habe stundenlang in den Himmel geschaut und viele Fragen über das Universum gestellt. Während meine Freundinnen die Backstreet Boys bewunderten, war ich Fan von Neil Armstrong.» Wie der erste Mensch auf dem Mond wollen Olympia und Alberto einen die Zeiten überdauernden Fussabdruck hinterlassen. Das wurde ihnen so richtig bewusst, als ihre Tochter Stella auf die Welt kam. Die Zeit war reif, um den lange gehegten Traum vom eigenen Weingut in die Realität umzusetzen: «Es ist unglaublich, wie konkret Erinnerungen und Träume werden können, wenn wir sie konsequent verfolgen und wenn die Menschen, die wir lieben, sie mit uns teilen», sagt Alberto. So ist das Familienweingut Le Stadère in der Maremma heute ein Ort der Verbundenheit, ein persönlicher Ankerpunkt, wo die junge Familie zur Ruhe kommt.

In den beiden Weinen Sestile und Effemeridi trifft die Faszination für den Himmel auf die Faszination für die Erde. Als Sestile – auf Deutsch Sextil – wird ein Winkel von sechzig Grad zwischen zwei Planeten und der Erde bezeichnet. In alten Zeiten galt diese Konstellation als gutes Omen bei der Geburt eines Menschen. «Wir sind nicht sicher, ob der Himmel die Persönlichkeit eines Menschen beeinflusst. Es besteht für uns aber kein Zweifel, dass der klare und sonnige Himmel der Maremma den Charakter unserer Weine prägt», sagen Alberto und Olympia.

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Ein Universum von Aromen in einer Flasche Wein

Die Maremma ist ein Ort, an dem sich Himmel und Erde zu berühren scheinen. Die Landschaft ist weiträumig, der nährstoffreiche Boden und die Meeresbrise schaffen ein ideales Terroir für den Weinbau. Das Aushängeschild der Region ist der Morellino di Scansano. Er gehört neben dem Chianti, dem Brunello di Montalcino und dem Vino Nobile di Montepulciano zu den grossen Weinen der Toskana. Was die vier gemeinsam haben: Sie werden hauptsächlich aus Sangiovese gekeltert. Die Appellation Morellino di Scansano DOCG zählt zu den boomenden Anbaugebieten Italiens, besonders seit toskanische Grössen wie Antinori und Frescobaldi hier Weingüter gebaut haben. Zudem trifft diese geschmeidige und körperreiche Version des Sangiovese den Geschmack der Zeit. Olympia und Alberto Parrini besitzen mit Le Stadère ein kleines Weingut in einem einzigartigen Terroir. In den Rebbergen und im Weinkeller werden die beiden vom Agronomen und Önologen Gabriele Gadenz unterstützt. Der Forscherdrang der Raumfahrtspezialisten trifft auf das Wissen des Weinexperten. Gemeinsam kreieren sie Weine, die uns einen Blick über die Grenzen des Gewohnten ermöglichen: «Der Effemeridi ist für uns das ideale Ergebnis kompromissloser Forschung. Ein komplexer und zukunftsweisender Wein.» Deshalb wurde dieser Riserva auch nach den Karten benannt, mit denen der Mensch seit dem Altertum versucht hat, die Bewegung der Himmelskörper zu bestimmen. Durch exaktes Beobachten der Natur und ihrer Zyklen konnten zukünftige Begebenheiten berechnet werden. Astronomie und Weinbau haben diesbezüglich also einige Gemeinsamkeiten. «Die Ephemeriden dienten dem Menschen als Orientierung in seinem angeborenen Drang Grenzen zu überschreiten», erklärt Olympia. So waren diese Karten früher wichtig für Seefahrer bei ihren Entdeckungsreisen, heute sind sie grundlegend für Astronauten. Tatsächlich geht der «Effemeridi» über die für den Morellino typische Würze und Frische hinaus und bietet den Sinnen eine überraschende Struktur und Rundheit. Gut möglich, dass man sich in diesem unendlich scheinenden Universum von Aromen und Geschmacksempfindungen erstmal ein bisschen überwältigt vorkommt. Wie beim Blick in den Himmel in einer sternklaren Nacht.

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«Farben und Düfte einer faszinierenden Insel»

Compagnia Siciliana 1921 zeigt Sizilien von seiner besten Seite

Das türkisblaue Meer rauscht, die Zitrushaine erfrischen die heisse Luft mit ihren Aromen. Das Essen ist himmlisch. An jeder Ecke trifft das Auge auf farbenfrohe Keramik. Vom lebhaften Treiben in Palermo bis zur erhabenen Stille der alten Tempel von Agrigento – Sizilien hat so viel zu bieten. Die 2015 vom Star-Önologen Mario Ercolino gegründete «Compagnia Siciliana 1921» schafft es, in ihren Weinen Tradition, Moderne und Kultur aufs Schönste zu verflechten. Mario verbrachte seine Kindheit auf dem Weingut seiner Eltern. Schon als kleiner Junge faszinierte ihn, wie sein Vater die Natur in der Flasche abbildete. Mario studierte daraufhin Önologie und arbeitete viele Jahre als Kellermeister bei San Marzano. Mit Weinen wie dem Primitivo «Sessantanni» trug er massgeblich dazu bei, eine neue Ära der Spitzenprodukte einzuläuten. Heute ist «Super Mario» einer der einflussreichsten Önologen Süditaliens, das kunstvolle Abbilden der Herkunft in einem Wein ist stets sein Leitgedanke geblieben. «Jeder Wein muss eine sinnliche Reise sein», so sein Anspruch. Mit seiner «Compagnia Siciliana 1921» gelingt ihm das perfekt. Optisch sind diese Weine von sizilianischer Spitze inspiriert, die man heute vor allem noch an Brautkleidern sieht. Das passt hervorragend, denn in diesen Weinen ist so viel Fülle und Süsse, dass man sich gleich an eine ausschweifende sizilianische Hochzeitsfeier versetzt fühlt. Die Üppigkeit wird durch eine heitere Frische ausbalanciert. Typisch Sizilien eben.

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«O Tannenbaum, O Primitivo, O Onoro»

Der Primitivo für festliche Anlässe

Wenn die Sonne auf Apuliens Weingärten trifft, dann erscheint alles wie in Gold getaucht. Die schier unendliche Weite hinterlässt ein Gefühl von Freiheit. Es wirkt beinahe so, als sei diese anmutige Gegend allein zum Träumen und Kreieren geschaffen worden. Die eisenhaltigen Böden und die vielen Sonnenstunden bieten beste Voraussetzungen für den Weinbau. Der Primitivo Onoro O wird aus den Trauben von alten Reben gekeltert. Die Pflanzen wachsen hier in Form von kleinen Bäumchen ohne jegliche Unterstützungssysteme wie Drähte oder Pfähle. Diese Erziehungsform ist so alt wie arbeitsintensiv – und deshalb in den letzten Jahrzehnten fast verschwunden. Doch was macht einen Wein von alten Reben so besonders? Ab einem Alter von ungefähr 40 Jahren produzieren die Reben deutlich weniger Trauben. Die wenigen Früchte werden dafür stärker mit Nährstoffen versorgt. Das wiederum führt zu konzentrierteren Weinen. So ist der Onoro O in der Tat ein Wein, der die grosszügige Natur und die glanzvolle Weinkultur Apuliens in Ehren hält.

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«Der Virtuose von Valtravieso»

Höchste Weinberge, höchste Ansprüche

Das Weingut Valtravieso befindet sich auf rund 950m ü.M. und ist damit das höchstgelegene Weingut in der D.O. Ribera del Duero. Es liegt auf einer kahlen Hochebene mit nährstoffarmen Böden und extremen klimatischen Bedingungen. Ende August ist es hier üblich, dass das Thermometer mittags auf 35°C klettert und in der Nacht auf 5°C fällt. Während wir hier vermutlich versauern würden, gibt es für Trauben nichts Besseres, um gesund zu bleiben und aromatisch voll auszureifen. Dem Winzer Ricardo Velasco bläst bei seiner Arbeit zudem häufig ein rauer Wind entgegen. Doch die tägliche Challenge reizt den jungen Önologen – und mit viel Geduld ringt er dem Terroir erstklassige Weine ab. Mit gerade mal 26 Jahren wurde Ricardo verantwortlicher Önologe bei Bodegas y Viñedos Valtravieso. Unter seiner Leitung hat sich Valtravieso als eines der Weingüter etabliert, denen die Region ihre internationale Beliebtheit verdankt. Durch die besondere Lage haben die Weine von Valtravieso ein einzigartiges Profil mit mineralischen und frischen Noten. Das Terroir bildet zweifellos die Basis des Erfolgs, doch das Entscheidende ist die sorgfältige Arbeitsweise von Ricardo und seinem Team: «Wir bearbeiten unsere Weinberge mit maximalem Respekt und minimalen Eingriffen, deshalb verwenden wir auch keine Herbizide oder Insektizide.» Fazit: Ein piekfeiner Topwein!

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«Champagner, Cava oder Prosecco?»

Mit unserem Entscheidungsbaum in der digitalen Version des Flaschenpost-Magazins machen wir dir die Wahl sogar noch leichter!

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Der Prickelnde

Er sieht gut aus und lässt es gehörig prickeln... Dürfen wir vorstellen? Meco, ein Venezianer mit bestem Geschmack. Fruchtig, blumig und mit kribbelnder Perlage.

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Der Impulsive

Modern, dynamisch, anders: Bienvenue chez Nicolas Feuillatte! Dieser Champagner ist frisch und impulsiv. Wenn die ideale Serviertemperatur erreicht ist, erscheinen goldene Sterne auf der Flasche.

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Der Rebellische

Ein Cava mit eleganter Perlage, erfrischender Säure und feinen Brioche-Noten. Rebellisch, stylisch, einzigartig. Der Schaumwein für alle, die gerne aus der Reihe tanzen.

Das Who is Who der grossen Schaumweine

Wer in die Welt der «Bubbles» eintauchen will, kommt an diesen drei Grössen nicht vorbei: Champagner, Cava und Prosecco sind die beliebtesten Schaumweintypen in der Schweiz. Hast du die Unterschiede einmal verstanden, wirst du dich stilsicher durch alle Festlichkeiten bewegen.

Regel Nummer eins: Wenn dich ein Ereignis so richtig beeindruckt, dann ist Champagner gefragt. Umgekehrt gilt das genauso: Wenn du Eindruck machen willst, serviere das berühmte Original. Der traditionelle Schaumwein aus Nordfrankreich steht für Glamour, er ist die Louis-Vuitton-Tasche unter den Sprudlern – ikonisch und teuer. Wusstest du, dass der spanische Cava gleich produziert wird wie der Champagner? Bei der «Méthode traditionelle» wird einem leichten Weisswein Hefe und Zucker beigemischt, damit eine zweite Gärung in der Flasche stattfinden kann. Dabei entsteht CO2, das nicht entweichen kann – unsere geliebten «Bubbles». Mit einem Cava zelebrierst du Geschmack und beweist Stil ohne zu Prunken. Neben der Flaschengärung gibt es noch das Verfahren der Tankgärung. Da sie dem Kellermeister deutlich weniger Aufwand bereitet, sind diese Schaumweine günstiger. Zudem haben sie keine Hefenoten, sondern setzen voll auf Frische und Frucht. Kein Wunder, ist der Prosecco so beliebt! Diese unkomplizierten Sprudler gehen immer, passen zum Apéro genauso wie zum Dessert. Also dann, rein ins prickelnde Vergnügen!